Wie du belastende Gedanken sofort leiser drehst
Manchmal ist es nicht das Leben, das laut ist. Sondern der Kopf. Diese eine Stimme, die genau dann auftaucht, wenn du sie am wenigsten brauchst. Vor einem wichtigen Gespräch oder nach einem Fehler oder mitten in der Nacht, wenn eigentlich alles ruhig sein sollte!
Das Verrückte: Es ist nicht der Gedanke, der so stresst. Sondern die Art, wie er in deinem Kopf auftaucht.
Viele Menschen versuchen dann, diese Gedanken loszuwerden. Sie argumentieren dagegen, denken bewusst positiv oder sagen sich, dass sie sich „nicht so anstellen“ sollen. Meistens hilft das nur kurzfristig oder gar nicht. Denn der Gedanke selbst ist selten das eigentliche Problem. Entscheidend ist vielmehr die Art wie er im Inneren auftaucht. Gedanken sind nämlich nicht nur Inhalte. Sie haben eine Form. Manche sind laut, andere leise. Manche fühlen sich sehr nah an, fast aufdringlich, während andere weiter entfernt bleiben. Manche haben eine klare Stimme, andere sind eher wie ein inneres Bild oder ein diffuses Gefühl. Diese Eigenschaften nehmen wir meist unbewusst wahr, doch unser Erleben wird stark von ihnen beeinflusst.
Die gute Nachricht ist: Was dein Gehirn entstehen und damit laut und bildhaft machen kann, kann es auch umgekehrt: LEISER MACHEN.
So funktioniert's
1. Schritt: Denk an einen Gedanken, der dich gerade stresst.
2. Schritt: Beobachte die Art und Weise des Gedanken: Ist er laut oder leise, klingt er wie eine Stimme oder ist er sehr nah bei dir versus weit entfernt?
3. Schritt: Stelle dir vor es gibt einen Lautstärkeregler so wie bei diesen alten Stereoanlagen, einen großen Drehregler.
4. Schritt: Während der Gedanke anhält, drehe in deinen Gedanken langsam am Lautstärkeregler. Behutsam und vorsichtig statt sofort von 100% auf Null.
5. Schritt: "Spiele" mit der Stimme -> lass sie leiser werden, ein bisschen piepsig oder eine Comic-Stimme (Mickymaus) und lasse sie von weiter weg kommen, so dass du sie nur schwer hören kannst.
In den meisten Fällen bleibt der Gedanke weiterhin vorhanden. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass er nicht mehr dominiert. Er verliert seine Schärfe und seinen Druck. Aus einem inneren Angriff wird ein Hintergrundgeräusch, das man wahrnimmt, ohne von ihm überwältigt zu werden. Wenn er dann seine Bedeutung verliert, weil er "zu weit weg" ist oder eben so komisch "piepsig", dass er eher lächerlich klingt, dann kann er langfristig auch verschwinden.
Das funktioniert deshalb so gut, weil kein innerer Kampf entsteht. Der Gedanke wird nicht unterdrückt, nicht wegerklärt und nicht moralisch bewertet. Er wird lediglich in seiner Intensität reguliert. Ähnlich wie Musik, die man leiser stellt, wenn sie gerade nicht zur Stimmung passt.
Besonders hilfreich ist diese Technik in Situationen, in denen Selbstzweifel, Grübelschleifen oder Entscheidungsstress auftauchen. Immer dann, wenn der Kopf lauter wird als das eigene Gefühl für das, was eigentlich stimmig wäre, kann der innere Lautstärkeregler helfen, wieder handlungsfähig zu werden.
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